Wer bin ich?

Dec 1, 2011

Neuen oder alten Gründungszuschuss wählen?


Etwa ab die Zeit um die Feiertage wird der Gründungszuschuss (im Beitrag GZ genannt) gekürzt. Wer jetzt arbeitslos ist und sich selbständig machen möchte, steht vor der Frage, ob er die bisherige Regelung nutzt, dafür aber  früher selbständig wird oder abwartet, sich Zeit gibt und auch mehr Arbeitslosengeld "mitnimmt". Ich habe im folgenden eine kleine Entscheidungshilfe geschrieben.

 

1. Frage, die sich stellen müssen: Bin  ich schon soweit?
Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie sich selbständig machen möchten oder noch ganz am Anfang mit der Informationsfindung stehen, tun Sie so als ob sich nichts ändert und bereiten sich in Ruhe vor.

2. Sie haben bis Mitte/Ende Dezember (je nach dem wann die Regelung tatsächlich in Kraft tritt) weniger als 5 Monate (150 Tage) ALG1-Restanspruch?
Dann verlieren Sie mit der neuen Regelung Ihren GZ-Anspruch völlig. Eine Übergangsregelung für solche Fälle gibt esmeines Wissens nicht. Aber auch in dem Fall sollten Sie den GZ nur dann sofort beantragen, wenn Sie sich sicher sind, innerhalb der GZ-Zeit von 9 Monaten voll durchstarten zu können, also für Ihre Lebenshaltungskosten ausreichende Umsätze werwirtschaften zu können.

3. Sie werden sich definitiv selbständig machen und benötigen nur noch wenige Wochen um startklar zu sein? Dann reichen Sie Ihren GZ-Antrag sofort ein und nehmen die alte Regelung mit. Warum? Wenn die wenigen vorgeschriebenen Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Arbeitsagentur verpflichtet Ihnen den GZ zu gewähren. Der zukünftige GZ ist nur noch Ermessensleistung und niemand weiß wie Ihr zuständiger Sachbearbeiter entscheiden wird.

3.a) !! Ausnahme: Ihr Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur hat Ihnen schon mitgeteilt, dass er Ihnen auch den zukünftigen Gründungszuschuss bewilligen wird (z.B. weil Sie "schwer vermittelbar" sind)?
Dann müssen Sie aus rein finanzieller Sicht (- es gibt natürlich noch andere Aspekte, z.B. Saisons in Ihrem Geschäftsfeld) abwägen, ob es Sinn macht länger Arbeitslosengeld zu beziehen und weniger GZ zu erhalten oder umgekehrt. Dann ist die neue Regelung für Sie günstiger, wenn Sie im Mai 2012 noch wenigstens 150 Tage Restanspruch auf ALG1 haben und die Zeit bis dahin auch voll für den ALG1-Bezug nutzen. Wenn Sie für insgesamt 12 Monate ALG1-Anspruch haben, betrifft das also all diejenigen, die sich im letzten Quartal 2011 arbeitslos gemeldet haben.

Wenn Sie nachvollziehen möchten, wie ich darauf komme, hier ist die Begründung: Der Unterschied zwischen beiden besteht in 3 Monaten, in denen Sie statt GZ (=ALG1+300 Euro) nur noch die 300 Euro erhalten, also 3 Monate ALG1 weniger. Wenn überhaupt, denn die 2. Phase setzt einen genehmigten GZ-Verlängerungsantrag voraus! Wenn Sie Pech haben werden die Arbeitsagenturen bevorzugt an diesem Punkt sparen, um dafür mehr GZ für die 1. Phase bewilligen zu können.
Aber gesetzt den Fall alles wird bewilligt, so erhalten Sie immer noch 3xALG1 weniger mit der neuen Regelung. Das können Sie also nur wett machen, wenn Sie dafür 3 Monate (besser + 900 Euro, wegen der eben beschriebenen Problematik, dass die weiteren 3x300 Euro Unterschied nicht beweilligt werden) ALG1 länger beziehen als wenn Sie jetzt noch im Dezember den GZ beantragen. Das bedeutet (nehmen wir wegen der 900 Euro besser 4 Monate) wer wenigstens im Mai noch 150 Tage Restanspruch hat, für den ist die neue Regelung günstiger. Wenn Sie für insgesamt 12 Monate ALG1-Anspruch haben, betrifft das all diejenigen, die sich im letzten Quartal 2011 arbeitslos gemeldet haben. Wie gesagt, immer vorausgesetzt Sie erhalten den GZ auch tatsächlich!!!

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